Nach alter Tradition findet die Verlobung vor der Hochzeit statt. Die Verlobung hat dabei keinen rechtlich oder gesellschaftlichen bindenden Charakter. Sie stellt vielmehr einen ungeschriebenen Vertrag zwischen den Verlobten dar. Bis vor kurzen stellte jedoch die Verlobung einen zwingenden Akt dar, der jeder Hochzeit vorausgehen musste. Der zukünftige Bräutigam hatte immer im Haus des Vaters um die Hand seiner Tochter anzuhalten und war auf seine Zustimmung angewiesen.
Eine Hochzeit ohne des Antrages und der offiziellen Verlobung war früher nicht denkbar. Dabei spielten finanzielle und gesellschaftliche Belange eine große Rolle. Oft wurden die Verlobungen ohne die eigene Zustimmung des zukünftigen Brautpaars unter den Eltern ausgemacht. Die Brautfrau bekam Ihren zukünftigen Ehemann erst bei der Verlobungsfeier zu sehen. Die Verlobung wurde im Haus der Braut im Familien- und Bekanntenkreis zünftig gefeiert. Den Mittelpunkt der Veranstaltung bildete die Zeremonie der Ringübergabe unter dem zukünftigen Brautpaar. Die Frau erhielt vom Ihren Auserwählten einen Ring auf den vierten Finger der linken Hand als Zeichen der verbindlichen Verlobung. Der zukünftige Ehemann erhielt ebenfalls einen Ring. Beide Ringe hatten einen weißen Edelstein als Zeichen für Glück und Erfolg. Gleichzeitig mit der Verlobungsfeier wurde auch oft das Datum der Hochzeit bestimmt. Hiermit galt die Hochzeit als offiziell beschlossen und konnte nicht ohne wichtige Gründe abgesagt werden.
Heutzutage ist die Verlobung immer noch üblich und erwünscht, wobei sich die Regeln deutlich gelockert haben. Der Verlobungsakt ist viel mehr zur einen intimen Angelegenheit zwischen dem zukünftigen Ehepaar geworden. Es handelt sich um Akt der gegenseitigen Liebesbekundung mit dem Schwur für immer zusammen zu bleiben. Die familiären Feierlichkeiten der früheren Tage sind in den Hintergrund gerückt. Nicht desto trotz ist es nach wie vor üblich bei dem Vater der Braut um die Hand anzuhalten. Der offizielle Teil sofern er noch statt findet, wird eher im engen Familienkreis gefeiert. Große Feierlichkeiten sind seltener geworden aber nicht unüblich. In diesem Fall sollten die Einladungen etwa 3 bis 4 Wochen früher verschickt werden.
Beim offiziellen Teil spielt der Verlobungsring eine sehr wichtige Rolle. Der sollte mit bedacht ausgewählt werden. Zur Not kann dabei die beste Freundin der Auserwählten aushelfen. Ebenfalls sollte die zukünftige Schwiegermutter mit einem Blumenstrauß bedacht werden. Für den Schwiegervater bietet sich ein kleines Geschenk in Form z.B. eines hochprozentigen Getränkes an. Nach dem offiziellen „um die Handanhalten“ und der Ring-Übergabe können erste Hochzeitsplanungen beginnen.